Was ist eine Wangentreppe?
Aufbau, Treppenwangen und Konstruktion erklärt
Eine Wangentreppe besitzt seitlich angeordnete Wangen, die einen wesentlichen Teil der Tragkonstruktion bilden und die Stufen aufnehmen beziehungsweise deren Auflager ermöglichen. Je nach Bauart liegen die Stufen zwischen den Wangen, auf ihnen oder werden über konstruktive Auflager und Befestigungen mit ihnen verbunden.
Für den Aufbau sind deshalb vor allem Wangenkonstruktion, Stufenaufnahme und die Anschlüsse an Antritt, Austritt und gegebenenfalls Podest maßgeblich. Die konkrete Ausführung hängt von Treppengeometrie, Gebäudesituation und den vorgesehenen Materialien ab.
Wie ist eine Wangentreppe aufgebaut?
Eine Wangentreppe besteht aus seitlichen Wangen, Trittstufen und den Anschlüssen an Boden, Decke, Wand oder Podest. Die Wangen bilden den seitlichen Rahmen des Treppenlaufs, während die Stufen die begehbare Fläche bilden.
Typische Bauteile sind:
- Treppenwangen: seitliche Bauteile, die den Lauf tragen, führen oder einfassen.
- Trittstufen: begehbare Stufenfläche, häufig aus Holz.
- Setzstufen: senkrechte Bauteile zwischen den Trittstufen bei geschlossenen Wangentreppen.
- Antritt: unterer Beginn der Treppe am Boden.
- Austritt: oberer Übergang zur Geschossdecke oder zum Podest.
- Podest: Zwischenfläche oder Richtungswechsel im Treppenlauf.
- Geländer: Absturzsicherung und sichtbare Linie entlang des Treppenlaufs.
Bei einer offenen Wangentreppe fehlen Setzstufen, bei einer geschlossenen Ausführung schließen sie die Zwischenräume zwischen den Trittstufen. Die konstruktiven Folgen dieser Varianten werden im Ratgeber zu offenen und geschlossenen Wangentreppen vertieft.
Welche Aufgabe hat die Treppenwange?
Die Treppenwangen gehören zur tragenden Konstruktion der Wangentreppe. Belastungen aus den Stufen werden über deren Auflager beziehungsweise Befestigungen in die Wangen eingeleitet. Von dort werden sie über die vorgesehenen Auflager und Anschlüsse in die angrenzenden Bauteile des Gebäudes weitergegeben.
Stufenaufnahme, Wange und Gebäudeanschluss bilden damit einen zusammenhängenden Lastweg. Wie eine Wange dimensioniert und ausgebildet wird, lässt sich deshalb nicht über einen allgemeinen Profil- oder Querschnittswert festlegen. Treppengeometrie, Auflager- und Anschlussbedingungen, Belastung und konstruktives Prinzip müssen projektbezogen berücksichtigt werden.
Neben ihrer Tragfunktion prägt die Wange auch die seitliche Ansicht der Treppe. Diese gestalterische Wirkung ergibt sich jedoch aus der konstruktiven Ausbildung und ist nicht ihre alleinige Aufgabe.
Was ist der Unterschied zwischen Wandwange und Freiwange?
Liegt eine Seite des Treppenlaufs an einer Wand, wird die dort angeordnete Wange als Wandwange bezeichnet. Die Wange an der offenen Seite des Treppenlaufs wird als Freiwange bezeichnet.
Die Lage beeinflusst unter anderem die sichtbare Ausführung, mögliche Befestigungen und die Einbindung des Geländers. Bei frei im Raum stehenden Treppen können beide Wangen sichtbar ausgeführt sein.
Wie werden die Stufen bei einer Wangentreppe aufgenommen?
Die Art der Stufenaufnahme hängt von der jeweiligen Wangenausführung und vom Stufenmaterial ab. Stufen können zwischen den Wangen liegen, auf einer seitlichen Tragkonstruktion aufliegen oder über dafür vorgesehene Auflager und Befestigungen mit den Wangen verbunden werden.
Bei klassischen Holzwangentreppen können die Stufen beispielsweise in Nuten der Wangen aufgenommen werden. Bei Stahlwangentreppen kommen andere konstruktive Auflager- und Befestigungslösungen zum Einsatz. Welche Verbindung geeignet ist, hängt von Wangenkonstruktion, Stufe und geplanter Ausführung ab.
Da die Stufenaufnahme sowohl die Kraftübertragung als auch die sichtbare Seitenansicht beeinflusst, ist sie ein konstruktives Merkmal und nicht nur eine gestalterische Entscheidung.
Welche Anschlüsse sind bei einer Wangentreppe wichtig?
Die Wangen müssen ihre Lasten über geeignete Auflager und Anschlüsse in die angrenzenden Bauteile übertragen. Deshalb sind Antritt, Austritt, Podest- und gegebenenfalls Wandanschlüsse konstruktive Schnittstellen zwischen Treppe und Gebäude.
Wichtige Anschlussbereiche sind:
- Antritt: Anschluss beziehungsweise Auflagerung der Wange im unteren Treppenbereich.
- Austritt: Übergang der Treppenkonstruktion zur Geschossdecke oder zum oberen Podest.
- Podestanschluss: Aufnahme und Weiterführung der Wange bei Treppen mit Podest.
- Wandanschluss: abhängig von Gebäudesituation, Untergrund und konstruktiver Ausführung.
- Geländeranschluss: Befestigung an Wange, Stufe, Podest oder angrenzendem Bauteil entsprechend der vorgesehenen Geländerkonstruktion.
Anschlussgeometrie, tragfähiger Untergrund und Befestigung können nicht unabhängig voneinander betrachtet werden. Ändert sich eine dieser Randbedingungen, muss geprüft werden, welche Auswirkungen das auf Auflagerung und Anschlussausbildung der Treppe hat.
Welche Rolle spielt das Geländer?
Das Geländer ist Teil der Absturzsicherung und benötigt eine konstruktiv geeignete Befestigung. Je nach Ausführung kann es beispielsweise an Wange, Stufe, Podest oder Geschossdecke angeschlossen werden.
Die gewählte Befestigungsart beeinflusst die Detailausbildung der angrenzenden Bauteile. Deshalb muss insbesondere bei sichtbaren Stahlwangen frühzeitig feststehen, an welchen Punkten das Geländer konstruktiv angeschlossen werden soll.
Hinweis zur Planung
Die konkrete Ausführung einer Wangentreppe hängt von Grundriss, Deckenöffnung, Nutzung und den vorhandenen Anschlusssituationen ab. Maße, Treppengeometrie, Befestigungspunkte und die für das jeweilige Projekt geltenden Anforderungen müssen deshalb projektbezogen geprüft werden.
Mehr zum Unternehmen, zur Fertigung und zu Ansprechpartnern finden Sie auf der Seite Über Janßen Metallbau.
Häufige Fragen zum Aufbau einer Wangentreppe
Was ist die Aufgabe der Wangen bei einer Wangentreppe?
Die Wangen gehören zur tragenden Konstruktion. Sie nehmen Belastungen aus den Stufen auf und leiten sie über die vorgesehenen Auflager und Anschlüsse in die angrenzenden Bauteile weiter.