Wangentreppe offen, geschlossen, mit Setzstufen oder Podest
Welche Variante passt zu Raum, Grundriss und Treppenlauf?
Eine Wangentreppe kann offen oder geschlossen ausgeführt werden. Unabhängig davon kann ihr Treppenlauf gerade verlaufen, gewendelte Stufen enthalten oder durch ein Podest in mehrere Läufe gegliedert werden.
Setzstufen bestimmen, ob die Zwischenräume zwischen den Trittstufen offen oder geschlossen sind. Der Verlauf des Treppenlaufs wird dagegen durch Grundriss, Richtungswechsel und gegebenenfalls Podeste bestimmt.
Was ist der Unterschied zwischen einer offenen und einer geschlossenen Wangentreppe?
Bei einer offenen Wangentreppe bleiben die Räume zwischen den Trittstufen frei. Es gibt keine Setzstufen. Licht und Blickachsen können durch den Treppenlauf gehen, während die Wangen ihn seitlich fassen.
Bei einer geschlossenen Wangentreppe sitzen Setzstufen zwischen den Trittstufen. Sie schließen die Zwischenräume und verbinden die einzelnen Stufen optisch stärker zu einem Lauf.
Der Unterschied zeigt sich nicht nur auf den ersten Blick:
- Offene Wangentreppe: ohne Setzstufen; die Zwischenräume zwischen den Trittstufen bleiben offen.
- Geschlossene Wangentreppe: mit Setzstufen; die Zwischenräume werden geschlossen und Tritt- und Setzstufen bilden einen zusammenhängenderen Stufenaufbau.
Beide Varianten können mit unterschiedlichen Wangen- und Stufenmaterialien ausgeführt werden. Die Entscheidung offen oder geschlossen verändert vor allem Stufenaufbau, Seitenansicht und die Ausbildung der Anschlüsse.
Wann passt eine offene Wangentreppe?
Bei einer offenen Wangentreppe bleiben die Bereiche zwischen den Trittstufen frei. Dadurch bleiben Unterseite, Stufenaufbau und Teile der seitlichen Konstruktion stärker sichtbar. Auch Licht und Sichtbeziehungen durch den Treppenlauf werden weniger unterbrochen als bei einer Ausführung mit Setzstufen.
Die offene Bauweise stellt damit höhere Anforderungen an die sichtbaren Übergänge zwischen Stufen, Wangen, Geländer sowie An- und Austritt: Was konstruktiv vorhanden ist, bleibt zu einem größeren Teil sichtbar.
Eine offene Wangentreppe kann passen, wenn:
- Durchblicke durch den Treppenlauf sind gewünscht.
- Der Bereich unter oder hinter der Treppe darf sichtbar bleiben.
- Stufen, Wangen und Anschlüsse sollen Teil der sichtbaren Konstruktion sein.
- Die Raumnutzung erfordert keine geschlossene Unterseite des Treppenlaufs.
Offen bedeutet dabei nicht automatisch leicht, denn auch eine offene Wangentreppe kann kräftig wirken, sobald Wangen, Stufen oder Geländer bewusst markant ausgeführt werden.
Wann passt eine geschlossene Wangentreppe mit Setzstufen?
Eine geschlossene Wangentreppe mit Setzstufen passt, wenn der Lauf dichter und stärker zusammengefasst erscheinen soll. Die Setzstufen schließen die Zwischenräume zwischen den Trittstufen. Dadurch verändert sich die Front und die Seitenansicht, aber auch der Bereich unter der Treppe.
Das kann sinnvoll sein, wenn die Treppe an einer Wand liegt, wenn der Raum klarer gegliedert werden soll oder wenn unter dem Lauf ein ruhigerer Abschluss gewünscht ist – und gerade bei einer geraden Wangentreppe können Setzstufen den Lauf deutlich stärker als durchgehendes Bauteil erscheinen lassen.
Bei der geschlossenen Ausführung müssen Tritt- und Setzstufen als gemeinsamer Stufenaufbau betrachtet werden. Relevant sind dabei insbesondere die Verbindung zwischen beiden Bauteilen, der Anschluss an die Wangen sowie die Übergänge an Antritt, Austritt und gegebenenfalls Podest.
Soll sich die Setzstufe farblich oder materialseitig von der Trittstufe unterscheiden, ist das eine zusätzliche Gestaltungsentscheidung innerhalb dieses konstruktiven Aufbaus.
Gerade, gewendelt oder mit Podest: Wie unterscheiden sich die Treppenverläufe?
Bei einer geraden Wangentreppe verläuft der Treppenlauf ohne Richtungswechsel. Die seitlichen Wangen können entsprechend geradlinig von Antritt zu Austritt geführt werden.
Bei einer gewendelten Treppe erfolgt der Richtungswechsel innerhalb des Treppenlaufs über gewendelte Stufen. Deren Auftrittsbreite verändert sich über die Stufe, deshalb sind Stufenverziehung und Lauflinie wesentliche Punkte der Grundrissplanung.
Ein Richtungswechsel kann alternativ über ein Podest erfolgen. Dann werden zwei gerade oder anders verlaufende Treppenläufe durch eine waagerechte Podestfläche miteinander verbunden.
Typische Grundformen sind:
- Gerade Wangentreppe: ein Treppenlauf ohne Richtungswechsel.
- Viertelgewendelte Wangentreppe: durchgehender Lauf mit einer Richtungsänderung von etwa 90 Grad über gewendelte Stufen.
- Halbgewendelte Wangentreppe: durchgehender, um insgesamt etwa 180 Grad gewendeter Treppenlauf.
- Wangentreppe mit Viertelpodest: zwei Läufe mit einem Richtungswechsel von 90 Grad über ein Eck- beziehungsweise Viertelpodest.
- Zweiläufige Wangentreppe mit Wendepodest: zwei Läufe, deren Richtungswechsel über ein Zwischen- beziehungsweise Wendepodest erfolgt.
Bei gewendelten Wangentreppen verändert sich neben der Stufengeometrie auch der Verlauf der inneren und äußeren Wange. Geländer und Handlauf müssen diese Richtungsänderung aufnehmen.
Welche Rolle spielt ein Podest bei einer Wangentreppe?
Ein Podest ist eine waagerechte Fläche innerhalb einer Treppenanlage. Zwischen zwei Läufen kann es den Treppenverlauf gliedern oder einen Richtungswechsel ermöglichen.
Je nach Verlauf kommen beispielsweise Zwischen-, Wende- oder Viertelpodeste infrage.
Bei einer Wangentreppe muss der Übergang vom Treppenlauf zum Podest konstruktiv gelöst werden. Dort verändern sich Wangenverlauf und gegebenenfalls Geländerführung; zugleich muss der nächste Lauf eindeutig anschließen.
Ein Podest ist deshalb keine bloße Restfläche im Grundriss. Seine Lage und Abmessungen beeinflussen den verfügbaren Raum, die Führung der Läufe und den Übergang zwischen den Treppenabschnitten.
- Richtungswechsel über eine waagerechte Fläche statt über gewendelte Stufen
- Gliederung längerer oder mehrläufiger Treppen
- definierter Übergang zwischen zwei Treppenläufen
Welcher Treppenverlauf passt zu welchem Grundriss?
Der Grundriss bestimmt zunächst, wie der Treppenlauf zwischen Antritt und Austritt geführt werden kann.
Eine gerade Treppe benötigt eine zusammenhängende Lauflänge.
Gewendelte Stufen können einen Richtungswechsel innerhalb eines durchgehenden Laufs ermöglichen.
Ein Podest unterteilt die Treppe dagegen in mehrere Abschnitte und benötigt dafür zusätzliche Grundfläche.
Als erste Orientierung:
- Gerader Lauf: wenn zwischen Antritt und Austritt ausreichend zusammenhängende Länge vorhanden ist.
- Viertelgewendelter Lauf: wenn innerhalb eines durchgehenden Laufs ein Richtungswechsel um etwa 90 Grad erforderlich ist.
- Halbgewendelter Lauf: wenn sich der Treppenlauf insgesamt um etwa 180 Grad dreht.
- Treppenlauf mit Podest: wenn der Richtungswechsel über eine waagerechte Zwischenfläche erfolgen oder die Treppe in mehrere Läufe gegliedert werden soll.
Ob diese Treppe anschließend offen oder mit Setzstufen ausgeführt wird, ist eine davon getrennte Entscheidung des Stufenaufbaus.
Für die konkrete Geometrie müssen anschließend unter anderem Geschosshöhe, Deckenöffnung, verfügbare Lauflänge, Stufenfolge und Anschlusssituation zusammenpassen.
Hinweis zu Varianten und Grundriss
Welche Ausführung für ein konkretes Projekt geeignet ist, lässt sich nicht allein aus der Bezeichnung „offen“, „geschlossen“ oder „gewendelt“ ableiten. Maßgeblich sind die tatsächliche Treppengeometrie, die Deckenöffnung, der verfügbare Grundriss, die Anschlüsse und die spätere Nutzung.
Mehr zum Unternehmen, zur Fertigung und zu Ansprechpartnern finden Sie auf der Seite Über Janßen Metallbau.
Häufige Fragen zu offenen und geschlossenen Wangentreppen
Was sind Setzstufen?
Setzstufen sind die senkrechten Bauteile zwischen den Trittstufen. Sie schließen bei einer geschlossenen Treppe die Zwischenräume.