Spindeltreppe außen:
Mit Gitterrost oder Stahlblech?
Eine Spindeltreppe im Außenbereich ist dauerhaft Witterung, Feuchtigkeit und Verschmutzung ausgesetzt. Deshalb beeinflusst die Wahl der Stufen nicht nur das Erscheinungsbild, sondern auch Wasserablauf, Verschmutzung und Nutzung der Treppe.
Bei der Planung gehören Stufenart, Rutschhemmung, Korrosionsschutz und die Fläche unterhalb des Treppenlaufs zusammen. Besonders bei Gitterrost- und Stahlblechstufen unterscheiden sich diese Anforderungen deutlich.
Warum gelten für Außenspindeltreppen andere Anforderungen?
Außenspindeltreppen sind dauerhaft Witterung und Feuchtigkeit ausgesetzt. Regen, Schnee, Frost und eingetragener Schmutz wirken nicht nur auf die Stufen, sondern auch auf Anschlüsse, Befestigungen und Geländer.
Deshalb ist es wichtig, dass Stufenart, Entwässerung, Oberflächen und Korrosionsschutz auf den tatsächlichen Standort und die Nutzung abgestimmt werden.
Eine Ausführung, die in einem geschützten Innenbereich funktioniert, lässt sich nicht unverändert auf eine frei bewitterte Treppe übertragen.
Wie unterscheiden sich Gitterrost und Stahlblech?
Gitterrost- und Stahlblechstufen unterscheiden sich vor allem durch ihre offene oder geschlossene Trittfläche. Daraus ergeben sich Unterschiede bei Wasserablauf, Verschmutzung und der Nutzung der Fläche unterhalb der Treppe.
Gitterroststufen
Gitterroststufen besitzen eine offene Maschenstruktur. Niederschlag und kleinere Verschmutzungen können durch die Trittfläche nach unten gelangen. Dadurch kann Wasser direkt durch die Stufe ablaufen, statt sich auf einer geschlossenen Oberfläche zu sammeln.
Wie rutschhemmend ein Gitterrost ist, hängt von seiner konkreten Ausführung ab. Für Bereiche mit erhöhten Anforderungen stehen beispielsweise Gitterroste mit zusätzlichen Gleitschutzprofilierungen und unterschiedlichen Rutschhemmungsklassen zur Verfügung.
Bei der Planung muss außerdem berücksichtigt werden, was sich unterhalb der Treppe befindet, weil Wasser und Schmutz durch die offene Trittfläche nach unten gelangen können.
Stahlblechstufen
Stahlblechstufen bilden eine geschlossene Trittfläche. Je nach Ausführung können sie profiliert, gelocht oder mit einer anderen rutschhemmenden Oberfläche versehen werden.
Da Niederschlag bei einer geschlossenen Stufe nicht einfach durch die gesamte Trittfläche ablaufen kann, muss die Wasserführung konstruktiv berücksichtigt werden. Wie dies gelöst wird, hängt von der konkreten Ausbildung der Stufe und ihren Anschlüssen ab.
Eine geschlossene Stufe hält Wasser und Schmutz stärker von der unmittelbar darunterliegenden Fläche fern als ein offener Gitterrost. Sie ersetzt jedoch keine separat geplante Entwässerung oder Überdachung.
Worauf kommt es bei der Rutschhemmung an?
Bei Außenspindeltreppen muss die Rutschhemmung zur tatsächlichen Nutzung und zur zu erwartenden Bewitterung passen. Regen, Schnee, Feuchtigkeit und eingetragener Schmutz können die Begehbarkeit der Stufen deutlich beeinflussen.
Bei Gitterroststufen lässt sich die Rutschhemmung unter anderem über die Ausführung der Trag- und Füllstäbe sowie zusätzliche Gleitschutzprofilierungen beeinflussen. Bei Stahlblechstufen kommen je nach Konstruktion beispielsweise Profilierungen, Lochungen oder andere rutschhemmende Oberflächenausbildungen infrage.
Entscheidend ist also deshalb nicht die Bezeichnung „Gitterrost“ oder „Stahlblech“ allein, sondern die konkret vorgesehene Stufenausführung und ihre Eignung für den jeweiligen Einsatzbereich.
Wie wird eine Außenspindeltreppe vor Korrosion geschützt?
Bei einer Außenspindeltreppe muss der Korrosionsschutz auf die Witterungsbeanspruchung und die konstruktive Ausführung abgestimmt werden.
Dabei reicht es nicht, nur sichtbare Flächen zu betrachten. Auch Anschlüsse, Befestigungen, Hohlräume und Bereiche, in denen Feuchtigkeit länger stehen kann, müssen korrosionsschutzgerecht ausgebildet werden.
Für Stahlbauteile kommen je nach Ausführung beispielsweise Feuerverzinkung, geeignete Beschichtungssysteme oder eine Kombination aus Verzinkung und Beschichtung infrage. Eine solche Kombination wird als Duplex-System bezeichnet.
Zusätzlich zur Oberflächenbehandlung ist eine konstruktive Detailausbildung wichtig, bei der Wasser möglichst ablaufen kann und dauerhaft feuchte Bereiche vermieden werden. Welche Lösung geeignet ist, hängt von Bauteil, Standort und Beanspruchung ab.
Welches Geländer passt zu einer Außenspindeltreppe?
Bei einer Außenspindeltreppe muss das Geländer auf den gewendelten Treppenlauf, die Stufen und die Außenbeanspruchung abgestimmt werden. Pfosten, Füllungen, Handlauf und Anschlüsse müssen konstruktiv zur Treppe passen und gleichzeitig witterungsgeeignet ausgeführt werden..
Für Geländerbauteile kommen je nach Konstruktion unter anderem Stahlprofile, Stäbe, Bleche, Gitter oder andere geeignete Füllungen infrage.
Stahlbauteile benötigen im Außenbereich einen zur Beanspruchung passenden Korrosionsschutz; Handläufe können beispielsweise aus entsprechend geschütztem Stahl oder Edelstahl ausgeführt werden.
Besonders wichtig: die Übergänge zwischen Stufenrand, Geländerpfosten und oberem Austritt. Das Geländer sollte deshalb nicht unabhängig von Stufenart, Podest oder Brüstungsanschluss geplant werden.
Wann ist eine Außenspindeltreppe nach Maß sinnvoll?
Eine individuell geplante Außenspindeltreppe ist besonders dann sinnvoll, wenn sie an vorhandene Balkone, Podeste, Fassaden oder andere bauliche Anschlüsse angepasst werden muss.
Dabei geht es nicht nur um den Durchmesser der Treppe. Auch Antritt, Austritt, Befestigungspunkte, Stufenart, Geländer und die Witterungsbeanspruchung müssen zur konkreten Einbausituation passen.
Hinweis zur Planung
Bei einer Außenspindeltreppe müssen Stufenart, Wasserführung, Rutschhemmung, Korrosionsschutz und Geländer auf die konkrete Einbausituation abgestimmt werden. Dabei sind insbesondere Bewitterung, Nutzung und die baulichen Anschlüsse an Fassade, Balkon oder Podest zu berücksichtigen.
Für konkrete Projekte müssen außerdem Konstruktion, Oberflächen und Befestigungen auf die jeweiligen Anforderungen am Standort abgestimmt und entsprechend geprüft werden.
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Häufige Fragen zu Außenspindeltreppen
Muss eine Außenspindeltreppe immer feuerverzinkt werden?
Nein. Welcher Korrosionsschutz geeignet ist, hängt von Werkstoff, Konstruktion, Standort und Witterungsbeanspruchung ab. Für Stahlbauteile kommen je nach Ausführung beispielsweise Feuerverzinkung, geeignete Beschichtungssysteme oder eine Kombination aus Verzinkung und Beschichtung infrage.
Können geschlossene Stahlblechstufen im Außenbereich ohne Öffnungen ausgeführt werden?
Das ist konstruktionsabhängig. Entscheidend ist, dass Niederschlag kontrolliert abgeführt wird und sich Wasser nicht dauerhaft auf den Trittflächen oder an Anschlüssen sammelt. Wie die Entwässerung gelöst wird, muss zur jeweiligen Stufenausführung passen.
Kann eine Außenspindeltreppe als Fluchttreppe genutzt werden?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Ob eine Spindeltreppe für einen Flucht- oder Rettungsweg geeignet ist, muss für das konkrete Gebäude, dessen Nutzung und die jeweils geltenden Anforderungen geprüft werden.